Geologische Vermessung des Oberrheingrabens Befliegung

Geothermie aus der Luft: Neue Daten für die Energiewende.

Am 15. November 2025 startete im Auftrag von Vulcan Energy eine großflächige Flugvermessung im mittleren und nördlichen Oberrheingraben durch. Ziel war es, den geologischen Untergrund besser zu verstehen und die Planung zukünftiger Geothermieprojekte zu verbessern.

Gemessen wurde dabei das natürliche Schwere- und Magnetfeld der Erde. Diese Daten helfen dabei, die Gesteinsschichten unter der Erdoberfläche zu analysieren. So kann man z. B. unterscheiden, wie durchlässig die Gesteine sind oder wo sich bestimmte Gesteinsarten wie Vulkangestein befinden. Das ist wichtig, um herauszufinden, wo Erdwärme besonders gut genutzt werden kann.

Die eingesetzten Messmethoden waren komplett passiv – sie senden keine Strahlung aus und sind für Mensch, Tier und Umwelt vollkommen unbedenklich.

 

Fragen & Antworten.

Wahrscheinlich sind Sie auf dieser Seite gelandet, weil Sie darüber informiert wurden, dass ein Flugzeug ein Gebiet in Ihrer Region vermessen wird, und Sie vielleicht einige Fragen dazu haben. Wir hoffen, dass die bereitgestellten Informationen für Sie hilfreich sind. Wenn Sie nicht finden, wonach Sie suchen, können Sie sich gerne unter seismik@v-er.eu an uns wenden.

Die Vermessung wurdevon Bell Geospace durchgeführt und geleitet.

Bell Geospace ist ein britisches Unternehmen mit Sitz in Edinburgh (Schottland, GB). Bell Geospace besitzt und betreibt drei Flugzeuge, die speziell für geologische Kartierungen umgerüstet wurden. Das Unternehmen verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in geophysikalischen Vermessungen  in vielen Ländern und unter unterschiedlichen Bedingungen. In der Region wird ein Flugzeug (eine Basler BT67) für die Vermessung eingesetzt.

 

Der Zweck der Untersuchung bestand darin, geophysikalische Informationen über die Eigenschaften der Gesteine unter der Erde zu sammeln.
Durch die Mitführung spezieller Technologie an Bord war das Flugzeug von Bell Geospace in der Lage, geologische Eigenschaften zu erfassen und zu messen, die sonst nicht sichtbar sind. Im Wesentlichen wurde durch die Erdoberfläche hindurch „gesehen”.

Gemessen wurde dabei das natürliche Schwere- und Magnetfeld der Erde. Diese Daten helfen dabei, die Gesteinsschichten unter der Erdoberfläche zu analysieren. So kann man z. B. unterscheiden, wie durchlässig die Gesteine sind oder wo sich bestimmte Gesteinsarten wie Vulkangestein befinden. Das ist wichtig, um herauszufinden, wo Erdwärme besonders gut genutzt werden kann.

Wir verwendeten Messungen des Gravitationssignals, um Veränderungen in der Dichte zu messen.
Wir suchten nach winzigen Veränderungen in der Dichteverteilung der Erde in alle Richtungen (Tensoren) – diese Messung ist als Eötvös bekannt.

Das zur Erfassung der Daten verwendete Instrument war ein Gradiometer, das etwa so groß ist wie eine durchschnittliche Waschmaschine. Es enthält eine Technologie namens Beschleunigungsmesser. Beschleunigungsmesser finden sich auch in Ihrem Mobiltelefon. Die Beschleunigungsmesser befanden sich auf Platten, die in entgegengesetzten Winkeln angeordnet und dann in einer schirmförmigen Konstruktion platziert sind, um die benötigten Messungen zu erhalten.

Die Messungen erfolgten zwischen ca. 06:00 und 20:00 Uhr; im Bereich des Frankfurter Flughafens es konnte auch vereinzelt zu Nachtflüge gekommen, um den regulären Flugbetrieb nicht zu beeinträchtigen.

Schlechtes Wetter (starker Wind, Stürme, Wolken) konnte zu Flugverspätungen geführt haben, ebenso wie unvorhergesehene Umstände wie unangekündigte Militärübungen oder unerwartete Aktivitäten von Wildtieren/Vögeln.

Die Vermessung war sicher und ein vollständig passiver Vorgang.
Weder die Technologie an Bord des Flugzeugs noch das Flugzeug selbst sendeten Signale oder Schallwellen in Richtung Erde aus.

Die Informationen wurden durch Messung der Schwerkraft und ihrer Ableitungen (bekannt als Gradiometrie) erfasst. Es handelte sich um einen vollständig passiven Vorgang.

 

Das Untersuchungsgebiet.

In der unten abgebildeten Karte, sehen Sie das Untersuchungsgebiet. Dunkelblau umrandet ist das Messgebiet, in dunkelgrün sind die bereits beflogenen Linien abgebildet.

Die Befliegung ist abgeschlossen.

 

Das Flugzeug.

Für die großflächige Flugvermessung des Oberrheingrabens wurde eine “Basler BT-67” eingesetzt.
Bell Geospace benötigte ein Flugzeug mit zwei Triebwerken für zusätzliche Sicherheit, geringer Empfindlichkeit gegenüber Turbulenzen für eine verbesserte Datenqualität, einer nachgewiesenen Zuverlässigkeit und einer guten Ausdauer für eine größere internationale Reichweite. Die Basler BT-67 erfüllte diese Anforderungen. Die BT-67 ist ein umgebautes DC-3-Flugzeug, das mit zwei Turboprop-Triebwerken und modernster digitaler Avionik ausgestattet ist. Sie verbindet hohe Produktivität mit logistischer Effizienz.

„Die Erhebung hochauflösender geophysikalischer Daten ist ein wichtiger Schritt, um das geologische Verständnis des Oberrheingrabens zu vertiefen. So schaffen wir die Basis für eine fundierte Planung zukünftiger Geothermie- und Rohstoffprojekte.“

Dr. Kristian Bär
Director New Business and Exploration